WG-Roulette – Kühlschrankdieb

Balkon mit jungen Menschen auf begrüntem Balkon in Halle (Saale), Wohnen

Kurz und Knapp

Nach einem langen Unitag freut ihr euch auf das Pesto und die Nudeln im Kühlschrank, doch die sind verschwunden. Kühlschrankdiebe kennen keine Gnade und Entschuldigungen wie „Oh, das war deins?“ sind Alltag. Trotz leerer Versprechen bei WG-Meetings bleibt ihr standhaft. Eure Moral steht über dem Joghurt – ihr wollt nicht selbst zum Kühlschrankdieb werden.

Der Unitag war lang, die Sonne ist längst untergegangen, völlig ausgehungert sitzt ihr in der Bahn nach Hause und einzig allein der Gedanke ans Abendessen rettet euch über die Zeit. Keine Muße mehr, zu kochen. Die Supermärkte haben unlängst geschlossen, der 24h-Edeka ist außer Reichweite, aber das ist alles egal, weil im Kühlschrank noch ein angefangenes Glas Pesto von gestern Abend steht. Sogar ein paar Nudeln waren noch übrig. Doch schon beim Öffnen der Kühlschranktür setzt das Herz für eine Sekunde aus. Der Kopf dreht sich zu hastig zur Spüle, wo ein benutzter Teller steht. Daneben ein leeres Schraubglas.

Kühlschrankdiebe kennen keine Gnade

Diese Dystopie ist oft bittere Realität: Seien es die Leftovers vom Vorabend, der Lieblingsjoghurt oder das Schokomüsli – Kühlschrankdiebe machen vor nichts halt. Es fallen Sätze wie „Ach das wolltest du noch essen?“, „Sorry, da war kein Schild dran.“, „Ich kaufe doch auch immer für uns alle ein!“, „Oh das war deins?“ oder „Hey sei nicht sauer, ich hab’s gestern nicht mehr geschafft einzukaufen und brauchte was für’s Frühstück.“

„UND ICH NICHT, ODER WAS?!?!???!“, möchte der eine oder andere an dieser Stelle vielleicht auch zurecht zurückbrüllen. Doch Contenance – ihr müsst euch eure Energie einteilen, denn die verzweifelte Suche nach einer vermutlich seit zweieinhalb Jahren abgelaufenen Packung Knäckebrot wird kräftezehrend genug.

Klärende WG-Meetings

Bei jedem WG-Meeting wird es angesprochen und immer folgt eine Entschuldigung auf die nächste Ausrede und findet ihren krönenden Abschluss in dem Satz „Ja sorry, ich pass in Zukunft besser auf, wird nicht mehr vorkommen.“. Doch mit Verlaub, wer daran noch glaubt, denkt auch, bei Germany’s next Topmodel würde man Germany’s next Topmodel finden. Die Figur habt ihr zumindest bald, wenn dem wilden Treiben eures Roomies nicht bald Einhalt geboten wird.

Die eigene Moral

Und man kennt es ja selbst: Da war man seit Urzeiten nicht mehr einkaufen, weil [hier bitte eigenständig beliebige Ausrede einfügen] und einen traurigen Blick in den Kühlschrank später siedeln sich die eigenen Moralvorstellung da an, wo sich inzwischen der Magen wiederfindet: In den Kniekehlen.

Aber so wollt ihr nicht werden, nein, eure moralische Überlegenheit könnt ihr nicht für einen Joghurt oder eine Tiefkühlpizza auf’s Spiel setzen. Also bleibt standhaft. You either die a hero, or live long enough to see yourself become the villain.

Sophie Autor

Wer schreibt hier eigentlich?

Sophie

Sophie, ursprünglich aus einem kleinen Dorf bei Dresden, zog nach ihrem Freiwilligendienst in einer Kita 2015 nach Halle, um Jura zu studieren. Neben Kinobesuchen und Thai-Boxen liebt sie das aktive Stadtleben. An Halle begeistert sie vor allem die fußgängerfreundliche Innenstadt und die vielen Cafés und Bars. Auf unserer Webseite gibt Sophie euch Einblick in ihre persönlichen Erlebnisse und Entdeckungen rund um Halle.

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