Kulturinsel Halle – der Weg einer Schauspielerin

Nora musste sich entscheiden: Ziehe ich nach Halle, ja oder nein? Die Schauspielerin am neuen theater ist ihrem Herzen gefolgt und hat ihre Entscheidung nie bereut.

„In der Stadt lebt die Kunst der Improvisation“

Autostadt oder Stadt am Wasser? Diese Frage stellte sich Nora fast täglich. Sie hatte die Zusage vom Theater Ingolstadt schon in der Tasche. Das neue theater in Halle konnte die Entscheidung über die Besetzung noch nicht treffen. „Ich rief jeden Tag in Halle an und hoffte auf ein Ja. Tief in meinem Herzen wusste ich, dass ich nach Halle möchte. Nach Tagen des Wartens nahm ich das Telefon in die Hand, um in Ingolstadt abzusagen. Ich wollte dort nicht leben. Genau in diesem Moment bekam ich einen Anruf von Matthias Brenner, dem Intendanten aus Halle – ich hatte den Platz bekommen“, sagt Nora mit leuchtenden Augen.

„Spurensuche in Halle“

Sie packte ihre Sachen und zog nach Halle. Die Stadt kannte Nora bislang nur aus den Erzählungen ihres Vaters. Der Schauspieler ist in Halle geboren. Von Beginn an fühlte sich Halle für Nora nach Heimat an. „Es ist mehr als nur irgendeine Stadt im Osten. Gehe ich heute durch die Straßen von Halle, wandle ich auf den Spuren meines Vaters. Das ist für mich ein schöner Gedanke“, sagt Nora.

„Der gute Geist von Halle“

Improvisation wird in Halle großgeschrieben. Im Neuen Theater hat diese Geisteshaltung Tradition. „Die Schauspieler:innen haben damals mit angepackt und zusammen mit dem Intendanten ihr eigenes Theater aufgebaut. Da lief nicht immer alles glatt. Es wurde viel improvisiert. Dieser Geist blieb bis heute erhalten“, findet Nora. Improvisation gehört zur DNA des Neuen Theaters. Interessiert an ihren neuen Kolleg:innen schaute sich Nora nach ihrer Zusage ein Stück in Halle an. Nach der Vorstellung wechselte ein Wort das andere und Nora verpasste ihren Zug. „Ich kam nicht mehr nach Hause und bin dann vom Bahnhof zurück ins Theater gerannt. Es war schon spät und ich klopfte an die Scheibe der Pförtnerin. Die griff zum Hörer und rief den Intendanten Matthias Brenner an. Auf einmal drückte sie mir den Schlüssel für eine Schauspielerwohnung in die Hand, die gar nicht für mich vorgesehen war. Das war meine Rettung. Diese unkomplizierte Hilfe, dieses Miteinander erlebe ich in der Stadt oft. Deswegen fühlt sich Halle wie Zuhause an“, schwärmt Nora.

Die Kulturinsel Halle entstand zwischen 1980 und 2002 und beherbergt neben dem Neuen Theater auch andere Kultur- und Spielstätten, wie das Puppentheater und das Café nt. Zusammen mit den Schauspieler:innen schuf der damalige Intendant Peter Sodann aus einem ehemaligen Kinosaal das kulturelle Zentrum der Stadt. „Die Menschen im Theater sind eine große Familie. Ich begegne hier Menschen mit Herz, die bereit sind, einem viel zu geben. Diese Gutmütigkeit inspiriert mich.“

Lionsgate

In der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) findet man mehr Löwen als im halleschen Zoo. Das ist erst einmal ein gewagtes Statement, das geb ich zu. Aber es stimmt, ihr werdet schon sehen. König der Uni? Eigentlich müsste dieses Löwending doch langsam mal...

Die Qual der Wahl

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